TEAM: Lea Mirbach, Food Content Expert

 
Lea Mirbach

Essen würde nie etwas sein, das einfach nebenherläuft – das war in Leas Leben früh klar. Nach ihrer Stillzeit wurde sie mit vermeintlich gesundem Vollkornbrei gefüttert, was allerdings für Leas Verdauung und Abwehrkräfte gar nicht gut war. Ahnungslos darüber, was die Ursache von Leas Bauchschmerzen sein könnte, brachte ihre Mutter sie zu einem erfahrenen Kinderarzt, der sie sofort ins Spital verwies – mit der Diagnose Zöliakie. Lea hatte bereits als Einjährige eine starke Unverträglichkeit gegen Gluten (das Klebereiweiss in vielen Getreidesorten) und musste ab sofort und lebenslang auf normales Brot, Nudeln oder andere Getreideprodukte verzichten.

Obwohl verträgliche Alternativen spärlich und teuer waren, fehlte es Lea als Kind nicht an Abwechslung auf dem Teller. «Die plötzliche Umstellung auf eine glutenfreie Küche war damals nicht einfach» , erinnert sich die gebürtige Kielerin. «Aber meine Familie gab sich grosse Mühe.» Mama kochte glutenfreie Gerichte aus aller Welt: indische Currys, gefüllte Paprika nach türkischer Art, israelisches Shakshuka. Papa versuchte sich in Maispfannkuchen mit Apfelmus. Bei Oma gab es statt Mehlschwitze und Königsberger Klopse nun mehr Gemüse und Kartoffeln – «und zum Nachtisch selbstgemachte Herzwaffeln aus Spezialmehl mit heissen Kirschen», schwärmt Lea.

orange.png

"Die plötzliche Umstellung auf eine glutenfreie Küche war damals nicht einfach, aber meine Familie gab sich grosse Mühe.

"

Melonen Schinken Salat

Ganz leicht war es trotzdem nicht: Kaum ein Kindergeburtstag verging, ohne dass jemand fragte, warum Lea denn kein Stück vom Kuchen abhaben durfte. Und wenn später Schulkolleginnen mittags vor der Entscheidung standen, ob sie nun in der Kantine, beim Bäcker oder im nächsten Schnellimbiss zu Mittag essen wollten, kam für Lea meistens nichts davon in Frage. Aus der Not wurde jedoch eine Tugend: «Ich fing früh an, in der Küche kreativ zu werden», sagt Lea. Schon als Studentin probierte sie gern neue Gerichte aus. Rezepte schlug sie dabei selten nach – die liess sie sich lieber selbst einfallen.


«Auch wenn ich mich nun manchmal rechtfertigen muss, ob es sich um eine echte Zöliakie oder nur einen Ernährungstrend handelt, überwiegen heute die Vorteile», sagt Lea, die seit 2017 in Lissabon lebt. Fast jeder kann inzwischen etwas mit dem Begriff Gluten anfangen. «Ich muss mich nicht mehr ständig erklären.» Glutenfreie Lebensmittel haben in den letzten dreissig Jahren eine bemerkenswerte Evolution durchgemacht: Früher waren sie nur versteckt in Ecken von Reformhäusern oder Bioläden zu finden, später vergrösserte der internationale Onlineversand die Auswahl, und inzwischen findet man sie in allen gängigen Supermärkten. «Dank der wachsenden Nachfrage gibt es heute viel mehr Alternativen, die auch besser schmecken.»

Erdbeer Spargel Salat
orange.png

Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir uns alle unseres Konsumverhaltens und dessen Konsequenzen für unsere Gesundheit und die Umwelt etwas bewusster werden.”

MyFoodways ist für Lea aber nicht nur eine gute Gelegenheit, ihre kreativen Rezeptideen mit anderen Menschen zu teilen, die auf der Suche nach glutenfreien Gerichten sind. Sie hofft auch auf etwas anderes: «Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir uns alle unseres Konsumverhaltens und dessen Konsequenzen für unsere Gesundheit und die Umwelt etwas bewusster werden.»

Schreibe Lea auf LinkedIn oder kontaktiere ihn direkt per E-mail.