TEAM: João Almeida, Mitbegründer und Partner Foodways

 
 
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Anders als man es sich für portugiesische Familien vielleicht vorstellt, wurde bei João früher kein grosses Aufheben ums Essen veranstaltet. Die Eltern waren berufstätig und arbeiteten Vollzeit, oft ass er bei seiner Grossmutter. "Nur die Suppe vorab war nie verhandelbar", erzählt João, der in der Nähe von Lissabon aufgewachsen ist.

Eine Reise nach Irland weckte beim Fünfzehnjährigen zum ersten Mal das Interesse an gutem Essen. Das lag aber nicht an den Iren - sondern an den Italienern, mit denen er sich im Englischkurs dort anfreundete. Hatte er Spaghetti bis anhin für eine etwas fade und pampige Beilage gehalten, stellte er nun fest, dass sich daraus hervorragende Gerichte kreieren liessen.

Öfter am Herd zu stehen begann João in seinem Austauschjahr in Bern. Das lag zu Beginn auch daran, dass er vertraute Gerichte wie Bacalhau à Brás vermisste, eine Art Stockfischpfanne mit Zwiebeln, Ei und frittierten Kartoffeln in feinen Stiften. "Ich habe erst in der Schweiz gelernt, wie man portugiesisch kocht." Bald aber merkte er, dass strikt nach Rezept vorzugehen gar nicht sein Ding war. "Warum sollte man Gerichte nur genau auf eine Weise zubereiten können?" Und habe er sich doch einmal an die Vorgaben halten wollen, hätte ihm jedes Mal eine Zutat gefehlt oder er hatte nicht genügend davon zu Hause.

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“Nur die Suppe vorab war nie verhandelbar.”

Dem Wirtschaftsstudium in Lissabon hängte João in Basel einen Master in Nachhaltiger Entwicklung an. Seine Abschlussarbeit über Lebensmittelabfälle beziehungsweise Food Waste in der Schweiz war die erste wissenschaftliche Untersuchung zum Thema und sorgte für grosses Echo. 2013 gründete er mit seinem Studienfreund Markus Hurschler in Bern das Beratungsunternehmen Foodways, das sich ganz auf nachhaltige Ernährung und Food Waste konzentriert - und mit MyFoodways nun zum ersten Mal auch eine digitale Anwendung entwickelt hat. "Es ist uns klar, wie komplex das Thema Nachhaltigkeit ist und wie lange es dauert, bis man sich darin vertieft hat." Den meisten Leuten fehle schlicht die Zeit dazu, auch wenn sie eigentlich gerne mehr wüssten. "Unser Ziel ist es, das Thema zugänglicher zu machen."

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“Man kann auch mit wenig Zeit und dem, was man gerade im Kühlschrank hat, lecker kochen.”

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Nach zehn Jahren in der Schweiz ist João 2015 Jahr mit seiner Frau, einer Bernerin, und den beiden gemeinsamen Kindern nach Lissabon zurückgekehrt und hat dort ein zweites Standbein von Foodways ins Leben gerufen. Wenn er heute für seine Familie kocht, tut er das nach wie vor kaum je nach Rezept. "Man kann auch mit wenig Zeit und dem, was man gerade im Kühlschrank hat, lecker kochen", ist sich João sicher. Eine Überzeugung, die nicht zuletzt auch MyFoodways zugrunde liegt.

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